W wie Wein IV – Vom Keller in die Kehle

Wenn der Wein im Keller ist, dann ist die Arbeit noch nicht getan. Während der Gärzeit muss man immer wieder den Trester (Beerenschalen, Fruchtfleisch, Kerne) mit dem Traubenmost vermischen, denn er steigt nach oben, wo er den sogenannten Tresterhut bildet. So werden die darin enthaltenen Farbstoffe und Tannine, die für Farbe und Geschmack des Weins…

Herbst-Impressionen

Viele Menschen trauern jetzt dem Sommer nach. Für mich war der Herbst jedoch immer schon die Lieblingsjahreszeit. Der atemlose Sommer ist vorbei, alles wird ruhiger, in sich gekehrter. Doch die Natur wartet noch einmal mit einem unvergleichlichen Farbenspiel auf. Hier ein paar Inselimpressionen.

Der schwarze König Melchior

Zur Zeit gibt es viele Debatten über Rassismus im Alltag. Das ist richtig und notwendig, denn oft sind wir uns der rassistischen Darstellungen gar nicht bewusst. Ein Objekt wird hier allerdings zu Unrecht gerügt: Der schwarze König Melchior in der Weihnachtskrippe. Die Debatte wurde erst kürzlich wieder angefacht durch den Entschluss der evangelischen Kirchengemeinde Ulm,…

Christus am Wege IV – der liberale und der konservative Christus

Eine besonders interessante Geschichte steckt hinter dem Kreuz an der Ecke, wo die Eginostraße von der Niederzellerstraße abzweigt. Es ist das westlichste aller Wegkreuze und steht in Sichtweite der Kirche Sankt Peter und Paul. Christus schaut nach Osten. Das Kruzifix hat einen interessanten Aufbau: Auf einer Sandsteinplatte erhebt sich ein Sockel mit einer beschrifteten Marmorplatte….

W wie Wein III – Das Herbstbuch

Unaufhörlich fahren in diesen Tagen Traktoren mit ihren traubenbeladenen Hängern über die Insel. Ihr Ziel ist das ehemalige Kloster in Mittelzell, denn dort hat der Winzerverein Reichenau seinen Sitz. Die Gewölbekeller sind ideal für die Verarbeitung und Lagerung von Wein. Die etwa 60 Nebenerwerbswinzer der Reichenau haben sich im Winzerverein zusammengeschlossen, der trotz des Namens…

Christus am Wege III

An der Kreuzung, wo die Straße „Am Spitz“ von der Pirminstraße abbiegt, steht gegenüber vom Gemüsestand ein Wegkreuz. Davor blüht üppig eine Wildrose, die den Sockel komplett bedeckt, dahinter zieht sich ein Weinberg den Hügel hoch. Am grauen Sandstein hängt ein Christus aus Gusseisen, darüber eine kleine Metallplatte mit dem Schriftzug „INRI“. Das Kürzel bedeutet:…

W wie Wein II – Fleißige Hände

Im September wimmelt es in den Weinbergen der Insel von Menschen. Ob der Reichenauer Ausdruck „Wümmeln“ für die Weinlese da herkommt? Die fleißigen Helfer – Familie, Nachbarn, Freunde – kommen mit Fahrrad oder Roller zum Rebberg. Die Fahrzeuge stellt man einfach unter dem Birnbaum ab, Rucksäcke und Jacken werden ebenfalls dort hingelegt. Hier klaut keiner…

Zornige Hornisse

Als ich letzte Woche auf dem Niederzeller Friedhof war, ist mir der reichblühende Efeu an der Mauer aufgefallen. Dort wimmelte es von Insekten: Bienen, Wespen, Fliegen, sogar ein Rosenkäfer bedienten sich an der herbstlich gedeckten Tafel. Ich machte Fotos und Videos. Dann wurde ich mit der Kamera unerwartet Zeugin eines tödlichen Dramas. Eine Hornisse kam…

W wie Wein I – Netze und Rosen

Der Wein gehört zur Reichenau wie Fische, Gemüse und romanische Kirchen. Das Thema ist so umfangreich, dass ich vier Beiträge dazu veröffentlichen werde. Es beginnt alles schon am Ende des Winters: Im März müssen die Reben geschnitten werden. Nur die besten Triebe bleiben stehen. Das war bereits im Mittelalter so (siehe Beitrag „Im Märzen der…

Große Allee, kleine Allee

Große Allee Wenn man von der Kindlebildkapelle auf die Reichenau fährt, gelangt man zuerst auf den Damm, der die Insel mit dem Festland verbindet. Drei Reihen Pyramidenpappeln säumen Fahrstraße und Radweg – ein grünes Spalier zur Begrüßung der Gäste und Inselbewohner! Die Pyramiden- oder Säulenpappeln stammen aus Italien und wurden seit dem 19. Jahrhundert häufig…