Rosa Brille?

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Heute war ein trüber Tag. Er begann mit Regen und grauen Wolken. Nur im Süden gab es einen hellen Spalt über dem Horizont. Man sah die Berge, in goldenes Morgenlicht getaucht – Föhn! Der Südwind kam über das Rheintal hoch an den Bodensee. Und er brachte etwas mit.

Der Spalt hat sich schnell wieder geschlossen, aber die Stimmung wurde so seltsam. Man hatte plötzlich das Gefühl, durch eine rosa Brille zu schauen. Die Welt war trotz Wolken in ein zartes Orange getaucht, das immer mehr zunahm.

Wir sind hier ja an wunderbare Rot- und Goldstimmungen gewöhnt. Am Abend…

… bei Gewitter…

… am Morgen.

Aber dass es nachmittags um zwei so aussah, war irgendwie unheimlich.

Selbst die Vögel auf den Bäumen schienen verunsichert.

Sankt Peter und Paul schien in ein gleißendes Licht getaucht, wie von einem Scheinwerfer angestrahlt.

Über der Höri zogen sich golden-graue Wolken zusammen. „Haben die Russen ein Kernkraftwerk bombardiert und das ist der Fall-out?“ fragte eine Nachbarin.

Die Erklärung ist zum Glück harmloser: Der Südwind hat Saharastaub mitgebracht, der nun über uns schwebt. Sollte es zum Regnen kommen, wird wohl alles damit bedeckt sein.

Und ich habe gerade mein Auto gewaschen!